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Lynchburg

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~ English version below ~

Lynchburg

Aufgrund Denis’ Vorliebe für Jack Daniel‘s mussten wir natürlich zu jenem Ort, aus dem jeder einzelne Tropfen des Tennessee Whiskeys kommt, den man kaufen kann. Lynchburg heißt dieser Ort, der auch auf jedem Etikett zu finden ist. Nach ungefähr 1,5 h Fahrt in südlicher Richtung von Nashville aus, erreicht man Lynchburg. Ein sehr kleiner Ort mit wenigen Straßen. Man merkt jedoch, dass hier etwas besonderes passieren muss, da überall Straßenschilder auf die Schnapsbrennerei hinweisen – alles in Schwarz und Weiß gehalten, wie man es von Jack Daniel‘s kennt.

Bestes Wetter

Wir kamen gut 20 min vor Beginn der Tour, die wir gebucht hatten, an, also noch etwas Zeit um erste Eindrücke zu gewinnen. Schwarze LKWs mit dem Jack Daniel‘s Logo fuhren die Hauptstraße entlang und alles sah aus wie auf einer Postkarte: grüne Bäume, Hügel, Flussläufe und strahlend blauer Himmel. Schöner Tag also.

Die Tour dauert ungefähr 1:30 h, inklusive Verkostung am Ende der Tour. Es gibt 4 verschiedene Tourangebote, wir haben uns für die “The Angle’s Share“ -Tour für 25 Dollar pro Person entschieden, da man hier die Möglichkeit hat, ein paar besondere Arten von Jack Daniel’s in einem Tasting am Ende der Tour zu probieren. Als Angle’s Share, zu Deutsch Schluck der Engel, wird der Teil des Alkohols bezeichnet der während der Lagerung im Fass verdunstet.Die Herstellung des „Tennessee Whiskeys“ unterscheidet sich in der Herstellung zu z.B. Bourbon Whiskey in sofern, dass er nach der Destillation und vor der Einlagerung im Eichenfass durch einen 3m hohen Haufen aus Zucker-Ahornkohle gefiltert wird. Die Holzkohle wird ebenfalls auf dem Gelände speziell hierfür hergestellt. Es dauert 4-5 Tage bis ein Tropfen 60%iger Whiskey sich seinen Weg durch die ca. 3 Meter dicke Holzkohleschicht gebahnt hat. Danach wird der nun schon komplett anders schmeckende Whiskey in Eichenfässern für mindestens 3-4 Jahre eingelagert. Da steckt also schon einiges dahinter. Dieses Verfahren macht den Whiskey zum Tennessee Whiskey, da er dadurch schon ein komplett anderes Aroma bekommt. Es ist also kein Bourbon! Man wird hier in Tennessee gelyncht, wenn man Jack Daniel’s so bezeichnet! 😉

Das Gelände, auf dem sich die Brennerei befindet, ist riesig und mehr oder weniger in einen Berg gebaut. Die Gebäude sind sehr alt und man wird an die Zeit erinnert als hier noch Pferdekutschen und Revolverhelden das Alltagsbild beherrschten. Das Gelände war hier zu dieser Zeit sehr unzugänglich und wie schon gesagt hügelig, dennoch entschied sich Jack Daniel für diesen Standort. Hier hatte er nämlich seine eigene Wasserquelle in einer Berghöhle. Das ist einer der Gründe, dass nur hier produziert wird: jeder Tropfen kommt aus dieser Quelle, dadurch schmeckt der Whiskey immer gleich!Zwischenzeitlich musste der Betrieb hier wegen der Prohibition für 13 Jahre eingestellt werden. Erst 1938 wurde der Betrieb wieder aufgenommen, jedoch entschied sich das Moore County dieses Alkoholverbot bis heute beizubehalten. Somit ist der Verkauf von Alkohol hier weiterhin strafbar. Eine Ausnahme stellt jedoch die Jack Daniel’s Brennerei dar.

Hier darf mit einer Ausnahmegenehmigung der hier produzierte Alkohol im eigenen Laden verkauft werden. Hier ist es daher auch gestattet, zu Kostproben Alkohol auszuschenken. Jede Person jedoch nur 8 oz am Tag! Nirgendwo sonst im County bekommt man Alkohol ausgeschenkt!An diesem Tag bekamen auch wir am Ende der Besichtigung ein paar Kostproben  Von denen zwei doch sehr herb im Geschmack waren! Nicht nur Dani musste das Gesicht verziehen .;)

Ein wenig angeheitert mit einer Flasche Jack Daniel’s und gut gelaunt gingen wir noch in den Ort. Lynchburg sieht wirklich wie eine Westernstadt aus. Das Rathaus in der Ortsmitte erinnerte an das Rathaus mit der kaputten Rathausuhr in “Zurück in die Zukunft“! Die Läden alle flach mit Holzboden davor und überdacht! Ein Laden weckte unser Interesse besonders. Durch die Schaufenster konnte man statt Jack Daniel’s Souvenirs überall Südstaatenfahnen sehen. Die Neugier trieb uns hinein. Südstaatenpatriotismus in jeder Ecke des Ladens. Die Frau hinterm Tresen fragte uns, wo wir denn herkommen und welches unser nächstes Ziel wäre. Nach ein wenig Small Talk wollte Dani für ihren Rucksack noch einen Aufnäher der US-Flagge kaufen. Die Kassiererin zeigte auf die Südstaatenflagge und sagte nimm doch die hier, die ist doch schöner! Dani verneinte und sagte: „Ich sammel nur die Länderflaggen“, was die Verkäuferin jedoch nicht richtig verstand. Die Südstaatenflagge war in ihren Augen die richtige! Willkommen im Süden! Yeeehaa! 

Nachdem wir nun wussten wo wir waren, verließen wir mit offiziellem US Flaggen-Aufnäher den Laden und machten uns auf dem Weg zurück zum Wohnmobil. Inzwischen wieder vollkommen nüchtern fuhren wir zum nahegelegen Nationalpark und verbrachten die Nacht neben unserem ersten Lagerfeuer, umgeben von Nadelwäldern und hofften bei ein Paar Gläsern Tennessee Whiskey den Geist von Jack Daniel im Wind hören zu können!

Hier gehts zur Gallerie Lynchburg

 

~ English Version ~

Lynchburg

Because of Denis’ preference for Jack Daniel’s we had to go to the place where every single drop, you can buy of the Tennessee Whiskey, comes from. That town is called Lynchburg which you can find on every bottle label.

About 1,5 h drive south of Nashville you reach Lynchburg. A very small town with only a few streets. But you will quickly find out there’s something special going on here, because you can see signs that point out on the destillery – all in black and white like we know it from Jack Daniel’s.

We arrived 20 min before the beginning of our previously booked tour, so some time left to get some first impressions. Black delivery trucks with a big Jack Daniel’s logo on it where going up and down the main street and the scenery looks like on a postcard: green trees, hills, creeks and a bright blue sky. So a good day. The tour takes about 1:30 h, including a tasting at the end of the tour. There 4 tour options, we went for the „The Angle’s Share”- tour that cost us 25 dollar each, because here you have the opportunity to taste some special kinds of Jack Daniel’s at the end of the tour. Angle’s share describes the amount of alcohol that vanishes during the maturing process in the barrel.

The difference in making Tennessee Whiskey to making bourbon is, that after its distillation and before its storage it gets filtered through a 10feet stack of sugar maple charcoal drop by drop. It takes 3-5 days fot a single drop to get through and come out as a 120 proof mellowed almost whiskey. Now the taste is very different to what it tasted like before and get stored in barrels of white oak for at least 3-4 years. So there is something behind it! This is the process which makes it a Tennessee Whiskey“, because it gives it a complete different taste. So it`s not a Bourbon! You get lynched here in Tennessee if you call Jack Daniel`s like this.

The property, where the distillery is located, is huge and more or less built into a hill. Some of the buildings are very old and they remember you of a time, when horse-drawn coaches and gunslingers dominated the everyday life. At this time this place was not very accsessible and how I said hilly, however Jack Daniel was convinced of this place. Here he had his own water spring in a cave. This is one of the reasons why its only produced here: like this the Whiskey always has the same taste!

During the prohibition the factrory was closed down for 13 years. They were not allowed to continue until 1938. Until today the Moore County is still a dry county so its prohibited to sell alcohol.The Jack Daniel`s Distillery is the only exception. Due to a exception permit they are allowed to sell alcohol out of their own store and it’s also allowed to serve drinks during the tastings. But only 8 oz a day per person! Nowhere else in the county they serve alcohol.

Also we got a tasting on the end of the tour this day Two of them were very intense in its taste! Not only Daniela had to raise her eyebrow. 😉

In good mood, a bit tipsy and with a bottle of Jack Daniel`s we left the distillery and went downtown. Lynchburg looks pretty much like a wild west city. The city hall right in the centre looks like the one with its broken tower clock from “Back to the future”. All the stores have a flat roof tops and a wooden porch. But there was one souvenir shop that got our attention. Through the windows we couldn`t see any Jack Daniel`s souvenirs like everywhere else. There were just flags of the Confederate States of America. We were forced to enter the shop by our curiosity. Patriotism for the south was in every corner of the store. The lady behind the counter just asked where we are from and where we are going. After a bit of small talk Daniela wanted to buy a stars and stripes patch for her backpack and the lady said: “Take this one” and gave her the confederate banner. It’s more beautiful! Daniela said that she just collects the national flags of the countrys. The lady didn’t really understand, what we were talking about, because in her opinion it is the national flag of the US. Welcome to the south! Yeeehaaa!

Now after we knew were we are, we left the shop with the official flag patch of the USA and went back to our RV. Meanwhile sober again, we drove to the next national park and spent the night next to our first camp fire surrounded by conifer forest and while we enjoyed some glasses of Jack Daniel’s, we were hoping to hear the ghost of Jack Daniel whispering in the wind.

Lynchburg Gallery this way

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