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Memphis – Geburtstag mit dem King of Rock’n’Roll

~ English version below ~

 

Memphis – Geburtstag mit dem King

In Memphis angekommen, war unser erster Anlaufpunkt unfreiwilligerweise ein Schlüsselservice. Den Abend davor hat Denis ein bisschen zu sehr seine Muskeln spielen lassen und den kleinen Schüssel für die Außenfächer des Wohnwagens verbogen. Da wir nur mit dem einen Schlüssel an das Stromkabel, den Kofferraum etc. rankommen, musste schnell ein Ersatz her. Wir betraten das von Arabern geführte Geschäft, dies war nur schwer zu überhören, da laute arabische Musik aus einem Handy dröhnte. Der Mitarbeiter begutachtete das Schloss, dass wir vorher kurzerhand ausgebaut haben, und verzog sein Gesicht, als er den dazugehörigen Schlüssel sah. Aber für ihn war es wohl kein großes Ding, er meinte: „Five minutes, not longer”, also fünf Minuten, länger dauert das nicht. So war es dann auch. Nachdem wir 25 Dollar bezahlten, den Schlüssel in der Hand hatten, probierten wir diesen in allen Schlössern aus und er passte! Die Fahrt ging also weiter.

Nach weiteren 15 Minuten Fahrt war es dann soweit, wir bogen in den „Elvis Presley Boulevard“ ein. Nach 400 m konnten wir auf der linken Seiten schon das erst 2016 erbaute „Graceland Guesthouse“ sehen, dass den Platz des von Elvis über alles geliebten „Heartbreak Hotels“ eingenommen hat. Hier kann man unweit von Elvis’ Villa übernachten.

Das Hotel lag auf der linken Seite, wir aber bogen nach rechts ab, auf den Graceland RV Park, der auch nur 500 m von der Villa entfernt liegt. Da wir nicht gleich am nächsten Tag weiterfahren wollten und Denis seinen Geburtstag, am 29sten, in Ruhe genießen sollte, entschlossen wir uns zwei Tage hier auf Graceland zu verbringen. Und mal ehrlich, die Gelegenheit, seinen Geburtstag in der Nähe des Kings zu verbringen, kostet man auch voll aus! Der Campingplatz an sich war recht einfach aber relativ ruhig und mit sauberen Duschen.

Am selben Abend fuhren wir noch ins Zentrum von Memphis. So wie in Nashville bekam man auch hier für 10 Dollar pro Person eine Hin- und Rückfahrt mit einem Shuttle vom Graceland Guesthouse.Memphis ist nach Nashville die zweitgrößte Stadt in Tennessee mit 1,33 Mio. Einwohnern, davon ca. 63 Prozent Afroamerikanern und ca. 30 Prozent Weißen. Das heißt die Stadt hat eine gesunde Hautfarbe und viiiel Musik im Blut.

Die Partymeile, die Beale Street, ist voll mit guten Kneipen in die man geht, wenn man guten Gospel, Blues und Rock’n’Roll hören möchte. Wir haben festgestellt, dass rund um diese Straße die Polizei sehr präsent ist. Wir haben schon davor öfter gehört, dass wir uns möglichst nicht alleine und gerade bei Nacht außerhalb dieser Straße aufhalten sollten, da die Kriminalität doch hoch sein soll. Ja auch trotz Elvis’ großen Erfolg und Ruhm ist diese Stadt auch weiterhin von Armut geprägt. Viele die hier leben, haben zwei oder mehr Jobs. Selbst kleine Kinder versuchen auf der Beale Street mit gekonnten Basketballtricks oder als talentierte Schlagzeugspieler den ein oder anderen Dollar zu verdienen. Es ist trotzdem einen Ausflug wert, gerade bei Nacht lebt die Stadt in dieser Straße auf. Wir gingen zuerst etwas essen: im Blues City Cafe, wo es grosse Portionen gibt und es entsprechend voll ist. Richtig Südstaaten-Style natürlich, gab es für uns T-Bone Steak und Shrimps (Garnelen). Das war der perfekte Auftakt für einen gelungenen Abend! Und eine Sache fiel uns besonders auf: in diesem Restaurant standen ausschließlich Afroamerikaner hinterm Grill und bedienten. Weiße haben den Tisch abgeräumt und sauber gemacht. Sieht man in unseren Breitengeraden nicht so oft.

Nach diesem Festmahl gingen wir die Straße noch ein wenig auf und ab,kauften ein paar Souvenirs und fuhren mit dem letzten Shuttle zurück zum Campingplatz. Hier fanden wir in unserem Kühlschrank noch Flaschen mit alkoholischen Inhalt. Genau das Richtige um in Denis sein Geburtstag bis morgens um 6 reinzufeiern. Geburtstag auf Graceland, das hat man nicht alle Tage und wir sind uns sicher, Elvis hat mit uns im Wohnmobil gesessen und kräftig mitgefeiert ;-)

Am nächsten Tag war es dann so weit, wir gingen zum Graceland Visitorcenter, einem riesigen Komplex mit Souvenirläden, Kinosälen, Restaurants, in dem man Elvis’ Lieblingsgericht, Bananen-Erdnussbutter-Schinken- Sandwich bekommt, und zig Austellungsräumen mit seinen Autos und anderen persönlichen Gegenständen. Dort bekommt man auch Tickets für verschiedene Touren über Graceland. Preise starten bei 41 Dollar und gehen bis 174 Dollar für die VIP-Tour mit Tourguide. Wir entschlossen uns für die Elvis Experince Tour für 61 Dollar mit Zugang zu den zusätzlichen Austellungen im Visitorcenter. Jedes Jahr besuchen ungefähr eine halbe Million bis 750.000 Menschen Elvis’ Graceland. Bei unserem Besuch war es voll jedoch erträglich.

Nach einer kurzen Zusammenfassung vom Leben des Kings, ging es mit einem Shuttlebus über die Hauptstraße zur Villa. Die Mauer, die die Gracelandvilla umzäunt, wurde von unzähligen Fans mit Liebesbekundungen bis auf den letzten Zentimeter vollgeschrieben. Und die Mauer ist lang! Das Haus an sich ist sehr schön und nicht pompös, eher klein und dennoch imposant. Man bekommt Gänsehaut nur wenn man davor steht. Das Haus, das Elvis mit 22 Jahren gekauft hat und wo er 20 Jahre später auch starb, hat uns ein bisschen in die Vergangenheit mitgenommen und uns an der Haltestelle “70er Jahre” rausgeschmissen. Denn hier ist alles noch genau so, wie Elvis das Haus 1977 gestaltet hat. Die Sofagarnituren, Teppiche, Dekoration, Fernseher und Accessoires.

Man betritt das Haus in Gruppen von ca. 15 Leuten im Abstand von 10 min, so hat man dann doch genug Zeit, alles auf sich wirken zu lassen. Hier hat er am Klavier gesessen, hier hat er geschlafen, in dieser Küche hat er sich sein Sandwich gemacht, hier hat er gegessen und Fernsehen geschaut. Das hat er übrigens sehr gerne gemacht, Fehrnsehen geguckt. Beim Essen musste immer ein Ferhnseher so stehen, dass er das Programm verfolgen konnte. Man findet also sehr viele von diesen Apparaten im Haus!

Elvis war ein Familienmensch durch und durch. Er lebte hier mit seiner Frau, seiner Mutter, seiner Oma und später mit seiner Tochter. Man merkt, in diesem Haus war sehr viel Liebe. Seine Familie setzt sich auch heute noch, wenn sie in Memphis sind, zusammen für ein Mittagessen an den großen Esstisch. Da der King keinen Alkohol trank, war Alkohol im Haus für alle verboten. Wir fühlten uns schon selber heimisch nachdem wir das sogenannte Dschungelzimmer mit dem schönen weichen Flokati und den im Keller befindlichen Partyraum bestaunten – hier könnten wir es auch aushalten! Über den Innenhof ging es in ein Nebengebäude, in dem Elvis sein Büro hatte und nebenan seine Schießbude, ein Raum mit einer Zielscheibe für Schießübungen. Er wollte nämlich neben seinem Dasein als Musiker am liebsten Polizist sein. Manchmal fuhr er mit Blaulicht durch Memphis und hielt Autofahrer an, die sich nicht an die Regeln hielten. Nachdem er sie kontrollierte und ermahnte, bekamen die Verkehrssünder statt einem Strafzettel ein Autogramm vom King of Rock’n’Roll und durften mit einem Lächeln davon fahren.

In einem weiteren Nebengebäude befindet sich ein Trainingsraum mit Squashfeld und einem Klavier, an dem Elvis an seinem Todestag das letzte mal vor Freunden “The unchained Melody” von den Rightous Brothers sang.Am Ende des Rundganges hält man Inne vor dem Grab von Elvis Aaron Presley, seiner Eltern und seiner Großmutter, Minnie Mae Hood Presley, die alle überlebte und mit 90 Jahren 1980 starb.

Mit über 1,5 Milliarden verkauften Tonträgern ist Elvis bis heute der erfolgreichste Rock’n’Roll-Musiker aller Zeiten. Es war uns eine Ehre diesen Ort besuchen zu dürfen und den Geburtstag bei Mr. Presley zu Hause zu verbringen! Wir verließen die heiligen Hallen und schauten uns die riesige Autosammlung des Kings an und viele andere seiner persönlichen Gegenstände, unter anderem auch seine ausgefallenen Bühnenkostüme.

Nach diesem überwältigenden Besuch war es jedoch noch nicht vorbei mit der Suche längst vergangener Tage, auf den Spuren von Elvis und Johnny Cash mussten wir natürlich auch an den Ort, an dem alles begann. Wir nahmen uns ein kostenloses Shuttle zu den Sun Record Studios. Hier haben Elvis und Johnny Cash ihre ersten Aufnahmen gemacht. Von hier geht soviel Musik aus. Hier wurde der Rock’n’Roll geboren. Wir haben in dem Studio gestanden, dass die Welt veränderte und man kann es noch bis heute spüren. Nach ein paar Fotos am Klavier, wo das Million Dollar Quartett zusammen gejamt hat, und an Elvis’ Mikrofon, ging es dann schon wieder raus. Hier hat man auch die Gelegenheit originale Schallplatten von all den berühmten Musikern von Sun Records zu kaufen (Dani entschied sich jedoch nur für ein Tshirt mit dem Million Dollar Quartett drauf).

Zurück in die Zukunft! Genug in der Vergangenheit geschwelgt, jetzt mussten wir diese Stadt hören und fühlen. Wir gingen zurück auf der Beale Street, in eine Bar, in der es richtig was auf die Ohren gab! Auf der Bühne Blues, gespielt mit viel Seele und Herz! Die zweite Band hatte Unterstützung von einem Australier aus Melbourne, der übermenschlich gut Gitarre gespielt hat! Nach ein paar Bieren, netten Begegnungen, unter anderem aus der Heimat, und viel Spaß, nahmen wir das letzte Shuttle zurück nach Graceland zum Campingplatz.

Zwei Tage im Zeichen des Blues und Rock’n’Roll ließen uns gut schlafen und von den längst vergangenen Tagen von Elvis, Cash und Co. träumen. Hoffentlich kommen wir hierher noch einmal zurück! Good Bye Memphis! Morgen geht’s den Mississippi stromabwärts!

 

Hier gehts zur Memphis Gallery Oh Yeah!

 

Memphis – Birthday with the King of Rock’n’Roll

 

~ English Version ~

When we arrived in Memphis, our first stop was at a key smith (unvoluntarily). The previous evening Denis flexed his muscles a bit too much and accidentally twisted the little key for the external flaps of the RV. Since this is the only key to open the trunk, the flap to the electric cable etc, we needed this key replaced as soon as possible. We entered the shop, which is owned by Arabians (which was very obvious, since loud Arabian music from the mobile was hearable all over the shop). The staff member had a look at the lock, which we removed easily from one flap, and squinched up his face when he saw the key of it. But like we thought, this was not a big deal for him, he just said: „Five minutes, not longer“. And he was right. After we paid him 25 Dollars, we got the key and tried it at every lock and it worked. Yeah! So we could carry on.

Finally, 15 minutes later we turned into Elvis Presley Boulevard! After another 200 feet we could already see the Graceland Guesthouse, which just has been built in 2016 and replaced Elvis’ overall beloved “Heartbreak Hotel“. Here you’re welcome to spend the night right next to Elvis’ mansion. The hotel is located to the left, but we turned to the right into the Graceland RV Park, which is also just 1500 feet away from the mansion. Since we didn’t want to move on right the next day and since Denis should have the smooth birthday he deserved (on the 29th), we decided to spend two days on Graceland. And honestly, you wouldn’t miss out the opportunity to spend your birthday close to THE KING, you would savor it! 🙂

The RV park itself was quite basic, but quiet and had clean showers. The same night we went to the city centre of Memphis. Like in Nashville you can get a shuttle ride for 10 dollar return per person, leaving from the Graceland Guesthouse. After Nashville, Memphis is the second biggest city in Tennessee with 1.33 mio inhabitants, of which 63 percent are Afro-Americans and about 30 percent are white. So the city has got a healthy skin tone and has a looot of music running in its veins. The party mile of the city is called Beale street and packed with good bars, where you go if you want to listen to good gospel, blues and rock’n’roll. We’ve seen that there is a lot of police present around this place. We often were advised not to go too far off from this street, especially not at night, because there is still a lot of crime around. Yes, even after Elvis’ big success and fame, this city is shaped by poverty. Many people who live here have two or more jobs to keep it going. On this street also little kids trying to gain some money with impressive basketball tricks or as very talented drummer.

Even so, it’s definitly worth a trip, especially at night when the city awakes here. First we went for dinner to the Blues City Cafe, where you get big portions and it gets quite crowded for that reason. Real southern style like, we ordered T-Bone steak and shrimps. That was the perfect start for a good night. And the funny thing was: in this restaurant where just afro-americans who worked as chefs and waitresses. White people cleaned the tables. We can’t see something like that very often in our latitudes.

After this delicious meal we went the street up and down for a bit, bought some souvenirs and went back to the RV park with the last shuttle bus. Here we found some bottles with alcoholic content in our fridge. So the perfect setup to celebrate into Denis’ birthday until 6 am. Birthday party at Graceland, you won’t get that quite often and we were sure, that Elvis was sitting in our camper and was celebrating with us 😉

The next day we went to the Graceland Visitorcenter, a big complex with souvenirshops, theatres, restaurants, where you can get Banana-Peanutbutter-Bacon-Sandwich, Elvis’ favourite dish, and many exhibition rooms with his cars and personal belongings. Here you get tickets for the different tours, too. It starts from 41 dollar and goes up to 174 dollar for the VIP tour with a guide. We chose the Elvis Experience Tour for 61 dollar including entry to the addintional exhibits at the visitorcenter. Every year half a million to 750.000 people visit Elvis’ Graceland. During our visit it was quite crowded, but it was bearable.

After a short resume about his life we were brought over to the mansion by a shuttle bus, just across the mainstreet. On the boundary wall, which sourrounds Graceland, countless fans wrote their declarations of love on every available inch. And this wall is very long! The Mansion itself is beautiful and not pompous, but still very impressive. You’re getting goosebumps only while standing in front of it! This house, which Elvis bought when he was 22 and where he died 20 years later, took us on a journey through the time and dropped us off at the bus stop “the seventies”. Because here, everything is exactly like it was when Elvis designed it in 1977. The sofas, carpets, decoration, TVs and accessories. You’re entering the house in groups of about 15 people every ten minutes, so everbody has enough time to get a first impression. Here he sat on his piano, here he was sleeping, in this kitchen he made his sandwich, here he sat down and watched tv. And by the way, that was what he loved to do, watching tv. While eating, there always needed to be a tv aligned this way, that he was able to follow the show. So you can find many of those devices in the house!

Elvis was a familyman through and through. Here he was living with his wife, his mother, his grandma and later on with his daughter. You can feel, that there was a lot of love in this house. His family is still sitting together on the big dining table to have lunch every now and than. Since the king wasn’t drinking alcohol at all, it was tabooed in the house for everbody. We did feel at home when we were marveling about the so-called jungle room with its beautiful squashy flokati rug and the party room which is located in the cellar – here we could bear it, too. Through the courtyard we got into an annex, where Elvis’ had his office and next to it his shooting gallery, a room with a target for target practicing. Beside his career as a musician, he always wanted to be a policeman. Sometimes he was driving around Memphis with blue flashlight, stopping people violating traffic rules. After he policed and advised them, the traffic offenders got an autograph singed by the king of rock’n’roll instead of a ticket and were allowed to carry on with a smile.

In another building you can find a gym with a squash court and a piano, where Elvis played “The unchained Melody” from the Rightous Brothers in front of his friends for the last time on the day he died. At the end of the tour we paused for a moment in front of the graves of Elvis Aaron Presley, his parents and his grandmother, Minnie Mae Hood Presley, who survived all of them and died aged 90 in 1980. With over 1.5 billion sold records Elvis is the most successful Rock’n’Roll musician of all times until today. For us it was a honor to visit his home and to spend the birthday at Mr.Presley’s home 🙂 We left the holy halls and had a look at his huge car collection of the king and many of his personal belongings, amongst other things his crazy stage costumes. But it was not over, after this marvellous visit searching for past times.

Following the tracks of Elvis and Johnny Cash, of course we had to go to the place where everything began. We took the free shuttlebus to the Sun Record Studios. Here Elvis and Johnny Cash did their very first records. There is so much music going out from this place. Here Rock’n’Roll was born. We were standing right in this studio, that changed the world and you can feel it till today. After a few pictures at the piano, where the million dollar quartett was jaming and some pictures on Elvis’ microfon, it was already time to leave the studio room. Here you also have the chance to buy origninal records from all of the famous musicians of Sun Records (Dani just decided to buy a shirt with the million dollar quartett on it).

Back to future! Reveled enough in past times, now we had to listen to the city and to feel it. We went back to Beale street in a bar and there we got a real earblast! Blues live on stage, played with a lot of heart and soul. The second band had support of an Australian from Melbourne, who played the guitar like a god. After a few beers, some chats with other customers (some Germans as well), and a lot of fun we took the last shuttle back to the Graceland RV park.

Two days of blues and rock’n’roll let us sleep very well and dream of times long ago of Elvis, Cash and Co. We hope to come back to this place one day! Good Bye Memphis! Tomorrow we are heading downstream the Mississippi!

 

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