RoadtripUSA

Mississippi

~ English version below ~

Wir entschieden uns den mächtigen Mississippi entlang in südlicher Richtung zu fahren. Der Mississippi Fluss ist gleichzeitig Namensgeber für den Staat Mississippi. Er entspringt in Minnesota, ist ca. 3400 Kilometer lang und mündet im Golf von Mexiko.

Mississippi ist der Inbegriff der Südstaaten und ist bekannt für seine Schaufelraddampfer und Baumwollfelder, wird jedoch auch bis heute häufig mit der Sklaverei in Verbindung gebracht. In Mississippi war Sklaverei bis 2013 durch einen Formfehler im Gesetz erlaubt, auch der Unabhängigkeitstag wurde hier von vielen bis weit nach dem zweiten Weltkrieg nicht gefeiert. Der mächtige Fluss ist auch dafür bekannt, oft über seine Ufer zu treten, auch in diesem Jahr sind durch die anhaltenden Regenfälle weite Teile des Flussgebiets stark überflutet. Zuletzt war es vor 25 Jahren so schlimm wie in diesem Jahr. Wir haben viele Häuser gesehen, die bis zur Hälfte im Wasser standen und manche Straßen die unpassierbar waren. Im Gegensatz zu den trockenen Gegenden die wir bisher passiert haben, findet man hier am Fluss entlang jedoch viel Wald und saftige grüne Wiesen.

Nach ca. 4,5 Stunden Fahrt, Dani hatte sich das erste Mal für eine längere Distanz ans Steuer unseres Dampfers gesetzt, kamen wir in Lake Village, Arkansas an. Dieser Ort liegt auf der anderen Seite des Flusses, mit einem günstigeren Campingplatz. Wir tranken noch ein Paar schluck vom zuvor in Rosedale gekauften Jack Daniel’s und gingen dann auch bald schlafen. Das Wetter war sehr unruhig und die letzten Kilometer anstrengend zu fahren.

Am nächsten Morgen bezahlten wir noch für die letzte Nacht, indem wir das Bargeld in den Briefkasten der Besitzer steckten (hier zählt man noch auf Ehrlichkeit!), hatten eine kleine Unterhaltung mit einem anderen Camper, der sich wunderte, was uns Deutsche ausgerechnet hierher ins Nirgendwo treibt, und fuhren dann wieder zurück über die Greenville Bridge nach Mississippi weiter in südliche Richtung mit dem Ziel Vicksburg.

Mississippi steht für lange Strecken, ab und zu ein Haus oder Bauerngehöfft und zwischendurch Dörfer nur mit Afro-Amerikanern und vielen Autos vor den Häusern, teilweise Schrott, teilweise in gutem Zustand.

Ein bisschen Durcheinander also. Auf den Dörfern trifft man, wenn man anhält, auf viele nette gesprächige Menschen die es großartig finden, was wir tun und die selber gern eine solche Reise durch ihr Land machen würden. Vicksburg war im Unabhängigkeitskrieg ein wichtiger Standort, der von der Union 1863 eingenommen wurde, um so den Mississippi Fluss für die Wirtschaft nutzen zu können und die Konföderierten zu spalten. Hier gibt es viel zu sehen und zu lesen. Zufällig lag die “America“, ein Schiff im Design eines alten Schaufelraddampfers, im Hafenbecken. Ein guter Moment, um ein paar Fotos zu schießen. Ca. 2 Stunden blieben wir in Vicksburg. Da es Sonntag war, war nicht viel los in der Stadt und auch kaum Leute unterwegs. Nur ein „Redneck“, der Denis ein wenig in Redneck-Slang unterrichtete und uns beide mit in die Kirche nehmen wollte, kreuzte auf einem Aussichtspunkt unseren Weg. Und wieder stellen wir fest, dass die Menschen in den USA sehr aufgeschlossen sind!

Wir genossen noch ein wenig den Blick auf die Vicksburg-Brücke und fuhren ins 140 km südliche Natchez. Hier kann man Häuser im Vorkriegsstil sehen, die vom Krieg verschont blieben. Natchez ist die älteste Stadt im Staate Mississippi und war auch das Handelszentrum der damaligen Zeit. Mark Twain zu Ehren wurde das Mark Twain Gasthaus in Natchez benannt. Hier kann man sich gut in die Geschichten von Tom Sawyer und Huckleberry Finn hineinversetzen, direkt am Mississippi.

Die Nacht verbrachten wir in dem wunderschönen „Homochitto National Forest“ abseits von Stadt und Verkehr.  Am nächsten Morgen ging es dann über die Staatsgrenze nach Louisiana.

Um New Orleans zu erreichen kann man für ein paar Dollar über die Lake-Ponchartrain-Brücke fahren. Diese ist die kürzeste und schnellste Verbindung wenn man aus Richtung Norden kommt. Die Brücke ist insgesamt ca. 38 Kilometer (!) lang und man fährt ungefähr 40 Minuten bei 105 km/h.

Es ist unglaublich, wenn die Silhouette New Orleans` am Horizont auftaucht. Bevor wir aber nach New Orleans fuhren, machten wir einen Umweg über Grand Isle, die südliche Landspitze unterhalb der Stadt. Noch mal ca. 2 Stunden Fahrt. Hier kann man direkt am Strand vom Golf von Mexiko auf dem Campingplatz stehen und sich den angenehmen Seewind um die Nase wehen lassen. Hier blieben wir zwei Tage. Grand Isle ist eine kleine Inselgruppe, die durch Brücken verbunden ist und die gut von Touristen besucht wird. Bekannt auch für Fischfang und typische Südstaatengerichte, probierten wir hier erstmal die hiesige Küche. Was direkt aufgefallen ist: hier wird alles, wirklich alles, frittiert. Wir probierten einen gemischten Meeresfrüchteteller, mit frittierten Fisch Nuggets, Austern, Schrimps, Krebsfleisch und einer gefüllten (und im Ganzen frittierten) Krabbe. Gut gesättigt kehrten wir zum Campingplatz zurück.

In der gleichen Nacht gab es ein großes Unwetter und wir konnten zum ersten Mal miterleben, wie laut ein Gewitter hier im Süden sein kann. Es knallte und stürmte unaufhörlich und es kann einem schon recht mulmig dabei werden, wenn man weiß, dass man nur von etwas Plastik „geschützt“ auf einer kleinen Insel steht…! Aber wir (und unser Camper) haben alles ohne Schaden überstanden. Nachdem am nächsten Vormittag das Unwetter abgeflaut war, machten wir uns auf den Rückweg über die vielen kleinen Brücken, wieder Richtung New Orleans. In dieser Region wird besonders viel Öl gefördert, dass konnte man unschwer an den ca. 30 Bohrtürmen am Horizont erkennen. Industrielle Romantik prägt hier und da die Landschaft auf dem Weg und wechselt sich mit dem Charme kleiner Fischerdörfer ab. Die meisten Häuser wurden auf Stelzen gebaut, viele große und kleine Fischerboote schaukeln vor sich hin, und kurz vor New Orleans sieht man hauptsächlich mangrovenartige Wälder und Sumpflandschaften. Nach der zweistündigen Fahrt tauchten am Horizont die Umrisse von New Orleans wieder vor uns auf und wir machten uns bereit für die Stadt des guten Essens und des Jazz.

Hier gehts zur Gallerie Mississippi
~ English Version ~

We decided to go down south along the mighty Mississippi. While the Mississippi is the name of the river, it is also the name of the state Mississippi. It rises in Minnesota, is about 5700 miles long and ends in the Gulf of Mexico.

Mississippi is the epitome of the southern states and known for steamships and cotton fields and sadly still linked to the slavery. In Mississippi slavery was not prohibited until 2013 because of a flaw in the law, also the independence day hasn’t been celebrated by everybody here long after the Second World War. The mighty river is also known for causing floods quite often. Due to heavy rain this year, the surrounding areas have been flooded when we were there, too. It was the worst flood in the last 25 years. We`ve seen many houses which were flooded up to the half and some roads were impassable. Compared to the dry regions we passed the last days, there is a lot of forest and lush green meadows along the river here.

After a 4,5 h drive – Daniela has been sitting behind the wheel of our steamship the first time for a longer distance – we arrived in Lake Village, Arkansas. This place is located on the other side of the Mississippi and has a reasonable priced RV park. We had a few drinks of the Jack Daniel’s, that we’ve just bought in Rosedale before, and then went to bed soon. The weather was very turbulent and it was a uncomfortable drive for the last miles.

The next morning we payed for the last night by dropping the cash into the mail box of the owners (people still count on honesty here!) and had a short small talk with another patron, who was wondering, why some German campers would come out to this place in the middle of nowhere, and drove back again over the Greenville bridge to Mississippi and headed towards Vicksburg.

Mississippi is known for long roads, a lonely house or farm shed every here and there, and in between some villages only with Afro-Americans and many, many cars in front their houses – some trash, some good. So a bit messy. Here in the rural area you can meet many nice and talkative people who like what we are doing and who would love to do the same here in their country.

Vicksburg has been an important place in the war of independence, which was taken by the union 1863 to use the Mississippi river for economy and to split the confederates. Here there are lots of things to see and to read. Coincidently the “America”, a ship designed like an old steamship, was in the harbour.

A good moment to take some pictures. We`ve been here for about two hours, but since it was Sunday, there was not a lot going on in town and not many people around. Only a redneck, who taught Denis a bit of redneck slang and asked us to go to church with him. And again we had to say, that the people in the US are very open and love to chat with everybody they meet! We enjoyed the view over the Vicksburg bridge a little longer and went on to Natchez, about 230 miles south. Here you can see houses in ante-bellum style, which survived the war. Natchez is the oldest city in the state Mississippi and used to be the trade centre as well. To honour Mark Twain they named the Mark Twain Guesthouse after him right on the river. Here you can feel like Tom Sawyer and Huckleberry Finn, directly on the Mississippi.

We spent the night in the beautiful Homochitto National Forest, away from the city and traffic. Next morning we crossed the border down to Louisiana.

To get to New Orleans you just need to spend a few dollars to cross the Lake-Ponchartrain-Causeway. That’s the shortest and fastest route to get to New Orleans approaching from the north. The Bridge is about 63 miles long and it takes you about 40 min by 65 mph to cross it. It`s incredible to see, when the skyline of New Orleans appears at the horizon.

Before we went to visit New Orleans we made a little detour to Grand Isle, about 2 more hours driving down south beneath New Orleans. Here you can camp directly by the beach on the Gulf of México. We spent two days and enjoyed the fresh sea breeze. Grand Isle is a group of islands linked by bridges and is very well visited by tourists. Known for fishing and southern style kitchen, we had to try it in the first step. The first thing we learned here: they love to deep fry everything, literally everything! We tried the mixed seafood platter with fish bites, oysters, shrimps, soft shell crab and a whole fried stuffed crab. With full bellies we returned to the RV park. During the same night there was a big thunderstorm and we experienced what it is like to have a loud thunderstorm in the south. Never ending rumbling and heavy storm made us a bit worrying, how safe we are here on this island covered under our plastic shell…!

But no harm was done to us our RV and after the weather calmed down the next morning, we went back towards New Orleans aver these numerous little islands and many bridges. There is a lot of oil that gets hauled in this region, which was easy to recognize by the about 30 oil rigs at the horizon. Industrial romance shapes the landscape here and there, paired with little fishing villages along the way. Most of the houses are built on stilts, some fishing boats are bobbing up and down in the water and just out of New Orleans you can see mainly mangrove like forests and swamp landscapes. After the two hours drive, the skyline of New Orleans appeared again in front of us and we prepared ourselves for the city of the good food and the jazz!

Mississippi to Grand Isle Gallery hit the pic!

Ein Gedanke zu „Mississippi

  1. Hallo ihr Zwei!
    Tolle Bilder und wie immer super geschrieben
    Wie hat denn die frittierte Krabbe geschmeckt?
    Liebe Grüße und weiterhin eine schöne Zeit ☀️

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