RoadtripUSA

Roadtrip #1 – Let`s go!

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~ English version below ~

Morgens um 6 in Chicago

Nach einer doch erholsamen Nacht in Chicago fuhren wir um zehn vor sechs mit dem Fahrstuhl runter ins Foyer des Hotels, wo schon ca. 50 weitere meist deutschsprachige müde Gesichter auf ihren Koffern saßen und darauf warteten, dass die Pforten zum Früstücksbuffet geöffnet werden. Wir dachten, dass sie eventuell auf das Shuttle zum Flughafen warten, aber sie sollten überraschenderweise das gleiche Ziel haben wie wir. Um sechs sollte dann der Bus kommen, der uns nach Middlebury zur Wohnmobilübergabe von der Firma „El Monte“ bringen sollte. Dieser kam dann auch prompt und nachdem wir froh waren, lebend aus dem Frühstücksraum raus zu sein, ging die Fahrt los. Zweieinhalb Stunden, sagte der Busfahrer, dann sollten wir da sein. In der Zwischenzeit wechselten wir die Zeitzone und verloren eine Stunde.

Er hatte nicht gelogen, pünktlich in Middlebury angekommen, mussten wir auf unseren, schon vorab geplanten, Termin für die Übergabe warten. Wir sollten um 14:00 dran sein. Die Zeit verging recht schnell, da wir uns die unzähligen Abenteuer eines Österreichers, der schon seit 15 Jahren jedes Jahr im Wohnmobil durch die USA unterwegs ist, anhörten. Es waren viele Lacher dabei, aber auch gute Tipps zum Umgang mit diesen großen Wohnmobilen (z.B. auch beim kleinsten Fotostop auf „Parken“ zu stellen, sonst kann sich das gute Stück schnell mal selbstständig machen…).
Er erzählte auch, dass bis vor zehn Jahren diese Wohnmobilüberführungen kostenlos waren, weshalb er damit anfing. Seine Frau kommt schon lange nicht mehr mit, da sie genug von den USA gesehen habe, er kann jedoch nicht genug davon bekommen. Da er alleine reist, ging er davon aus, dass er die kleinste Ausführung des Wohnmobils bekommen würde, darauf hofften wir ebenso. Da man es sich bei einer Wohnmobilüberführung nicht aussuchen kann, welches man bekommt („Run of fleet“), muss man auch damit rechnen, das größte zu bekommen. Der AF-34 wäre das “Schlimmste” gewesen, das uns hätte passieren können.

AF-34

Dies hat nämlich die Maße eines Busses! Wir bekamen nicht das kleinste, aber das drittkleinste. Die genaue Beschreibung des Wohnmobils findet ihr in diesem Beitrag: >>>>Die rollende Wohnung<<<<

Nach der Übergabe und einer kurzen Einführung, befolgten wir den Rat der El Monte Mitarbeiter und verbrachten die erste Nacht auf dem Campingplatz, “RV Park”, der durch El Monte extra für 3 Monate angemietet wurde, nur um die frisch produzierten Wohnmobile zur Überführung zu geben (und damit sich eventuelle Wohnmobilfrischlinge wie wir sich erstmal mit diesem Gefährt vertraut machen können 😉 ). Nochmal zur Info: Die Fahrzeuge sind nagelneu und wurden noch nie benutzt und keiner von uns beiden ist je so ein Ding gefahren. Aufgrund dessen ist es sehr vorteilhaft, falls man noch Fragen hat, in der Nähe von Fachpersonal zu sein. Als erstes fuhren wir in den nahegelegenen Dollar General, einer großen Supermarktkette in den USA, und deckten uns mit allem ein, das wir so brauchten. Tortillas und Käse-Jalapeño-Dip gehörten natürlich unbedingt dazu! Für Denis, jedenfalls 🙂

Die ersten Fahrversuche liefen fast glatt. Aber nur fast. Gleich nachdem wir das erste mal das Gelände verließen, kurz vor einer Ampel, bemerkte Denis, dass die Eingangstür in der Mitte des Wohnwagens aufging und gegen die Außenwand knallte, während Dani damit beschäftigt war ein Video von den ersten Fahrversuchen zu machen, und glaubte erst nachdem Denis mit nachdrücklicher Stimme rief, dass er sie nicht veräppeln würde! Wäre hinter uns nicht der größte LKW der USA gefahren, ein Monsterding, wäre es eventuell auch nicht so brenzlig gewesen. 😀
Es gab also noch einiges das wir lernen sollten (mittlerweile haben wir eine imaginäre Checkliste vor Abfahrt)! Nachdem wir kurz Schildkrötengang eingelegt hatten, Dani schnell nach hinten hechtete und die Tür schloss, und wirklich VERschloss, fuhren wir weiter bis zum Supermarkt. Die ganze Strecke von A nach B betrug ungefähr 500 m und doch kam sie uns ewig vor! 😀

Amisch

Auf dem Parkplatz sahen wir auch das erste mal eine schwarze Kutsche, die aussah, als wäre sie von einem Drehort eines Westernfilmes entwendet worden. Nein, es war kein Filmrequisit, es waren die ersten Amisch, die wir sahen und die uns auf der Fahrt noch des öfteren begegnen sollten.
In dieser Gegend soll es nämlich die größten Amischgemeinden geben.

Der Campingplatz, der in der Saison von KOA („Kampgrounds of America“ – ja mit „K“!) betrieben wird, kostete 25 Dollar inklusive Strom und Wasser. Da das Wohnmobil winterfest gemacht wurde, ist für uns während der ganzen Fahrt der Frischwasseranschluss nicht nutzbar.

KOA – Kampgrounds of America

Winterfest bedeutet, dass alle Frischwasserleitungen mit einem speziellen Frostschtzmittel gefüllt sind. Wenn normales Wasser in den Leitungen ist und die Aussentemparatur unter 0 Grad fällt, könnte es passieren, dass die Leitung platzen. Der dadurch entstandene Schaden muss vom Mieter bezahlt werden und dieser wäre sehr hoch. Im Norden der USA ist es bis Mai noch ziemlich kalt in der Nacht. Im Süden, die Richtung, die wir einschlagen, ist es zwar warm, aber wer weiß, wo es uns noch hinverschlagen sollte. Und nachdem man die Frischwasserleitung ein Mal benutzt hat, müssen um es wieder winterfest zu machen mehrere Schritte abgearbeitet werden, was uns einen Tag kosten würde. Wir können jedoch alle Abwasserleitungen benutzen (d.h. man kann die Toilette und das Waschbecken nutzen, indem man mit Wasser aus einem Kanister spült), was besonders Dani freute – keine ollen Campingplatztoiletten nutzen – yeah! 😉

On the Road again

Die Nacht verlief sehr gut, auch wenn die Matratze doch etwas zu fest für unseren Geschmack ist (auf einem Felsen wäre es ähnlich gemütlich).
Am nächsten Tag fuhren wir in südlicher Richtung, über kleine Dörfer, am Walmart vorbei, an dem wir auch stoppten, in die Nähe von Indianapolis und übernachteten dort wieder auf einem KOA Zeltplatz. Wir bereiteten uns unser erstes Campingessen auf dem hauseigenen Gasofen zu: selbstverständlich Nudeln mit Tomatensauce :o)

Spass im Walmart

Indiana ist nicht sonderlich spannend zu dieser Jahreszeit. Eher karg und grau ziehen sich ewig gerade Straßen durch Felder und Wälder und ab und an kommt man durch eine kleine Ortschaft mit Westernstadtfeeling oder schick verzierten Häusern aus dem letzten Jahrhundert.

Nach Indianapolis sind wir nicht rein gefahren, da um diese Zeit nicht viel zu sehen ist. Wir wären gerne zu einem Indi 500 Rennen gegangen, jedoch ist das erste Rennen der Saison erst Ende Mai.
Also fuhren wir weiter. Kurz darauf überquerten wir bereits die Staatsgrenze nach Kentucky – wieder Zeitumstellung, wir haben die Stunde zurück gewonnen! Unser großes Ziel, Nashville, war noch ca. 250 Meilen (= 400 km) entfernt.

Riesige Höhlen

Auf dem Weg machten wir Halt an den Mammoth Caves, mit dem größten, teils noch unerforschten, Höhlensystem der Welt (643 km sind bisher erforscht).
Wir verbrachten die Nacht direkt nebenan auf dem “Singing Hills“ Campingplatz, der von Amisch geführt wurde. Nachdem der Betreiber, in der gewohnten freundlichen Art, uns alles über den Campingplatz erklärte, bot er uns an, am nächsten Morgen (Sonntag) mit in die Kirche zu kommen. Wenn wir nicht solche Langschläfer wären, hätten wir uns das gerne mal angeguckt, aber wenn man bis 10 schläft, klappt das nicht! 😉
Aber wir haben es in die Mammoth Caves geschafft. Wir haben nur einen winzigen Teil der Höhle gesehen und haben doch gestaunt wie riesig es da unten ist. Hier sollen schon vor 3 bis 4000 Jahren Menschen gelebt haben.
Nach ca. einer Stunde waren wir wieder draußen und setzten unsere Reise in Richtung Nashville fort. Wir überquerten eine weitere Grenze und kamen nach Tennessee, wo die Umgebung immer grüner und freundlicher wurde. Nur kurze Zeit später wurden die Felder weniger und die Häuser mehr – wir kamen in Richtung Stadt: Nashville, „The Music City“!

http://daniunddenis.ddnss.de:88/impressionen/usa/roadtrip-1/
Roadtrip Teil 1 Gallery, hier ruffklicken

 

~ English Version ~

Chicago, pretty early and pretty wet

After a quite relaxing night in Chicago we took the elevator down to the lobby at 5:50 am, where about 50 mostly German speaking tired people were sitting on their suitcases, waiting for the breakfast room to be opened. We thought, that they may waiting for their shuttle to the airport, but we found out that the have the same destination like us. The bus to Middlebury, where we should take over the RV, was sceduled for 6:00 am. It arrived in time and after we eventually survived the „battle“ at the breakfast room, we started the 2,5 hour trip. We got in to another time zone and lost one hour.

The estimation was right, we arrived in Middlebury 2,5 hours later and had to wait for the take-over, which has been scheduled already in advance for 2:00 pm. Time run by pretty fast, since we listened to the numerous adventures of an Austrian guy, who travelled every year trough the US by RV for the past 15 years. We had lots of fun and he gave us plenty of tips, how to gel along with such a big vehicle (for example to put it always on „parking“ even for the shortest photo stop, otherwise it might start to move by its own…). He also told us that these RV relocations were free of charge until 10 years ago, that´s why he started with it. His wife doesn´t come with him any more, since she saw enough of the US, but he didn´t get enough of it so far. Since he travelled alone, he was hoping to get the smallest RV – that´s what we hoped, too. For the relocation you never know, which size of RV you get (Run of fleet).

AF-34

The „worst case“ would have been the AF-34, which has the size of a bus! We didn´t get the smallest one, but the third smallest. You can have a closer look at our RV in this blog: >>>>The appartment on wheels<<<<

After we took over the camper with a short intruduction, we followed the advise of the El Monte staff and stayed on the local RV park, which they rented out for three months only to distribute the new RVs (like this all the RV greenhorns, like us, can get familiar with these vehicles 😉 ). Quick reminder: all the RVs are brandnew and have never been used before and we both never drove a big bugger like this. For this reason it´s better to stay close to the experienced staff, if there might come up some questions. Our first trip was to „Dollar General“, a big supermarket chain in the US, to get everything we need to get started. Tortillas and Jalapeño-Cheese-Dip was very important for Denis for example 😉

first big shopping

The first driving trials went almost well. Almost. After we left the RV park for the first time, just before an intersection, Denis realised, that the door of the RV opened up and banged against the wall from outside. Daniela was just recording a short video of the first drive and didn´t believe Denis when he told her about the door, until he was yelling, that he was not kidding! If there wasn´t the biggest truck of the whole US behind us, it wouldn´t have been that bad ;-D So there was still much to learn – in the meantime we have an imaginary to-do-list before we leave. So we slowed down, Daniela jumped to the back and closed (and locked!) the door and we went on to the supermarket. This whole trip was just about 500 meters, but it felt like eternity! 😀

On the parking lot we saw the first black carriage, which seemed to be taken from a wild west movie set. But it wasn´t a movie requisite, there were the first Amish people we ever saw, and they should cross our way a few times more, since there are the biggest Amish communities in this area.

Amish

The RV park, which is opperated by KOA („Kampgrounds of America – yes, with „K“) during the season, cost us 25 Dollar including water and electric power. Since the RV has been winterized, we can´t use the fresh water tans during our trip. Winterized means, that all fresh water pipes are filled with a special anti freeze liquid. If there is fresh water in the pipes and the temperatures fall under 0°C, the pipes could burst. In this case the customer must pay for the demage and that would be a lot. In the north of the US it can get quite chilly during the night until May. In the south, where we want to go, it should be quite warm, but who knows where else we will go. And once you start using the fresh water pipes, it´s a long process to winterize the system again and this would take us a day at least.

KOA – Kampgrounds of America

But we can still use the grey and black water tanks and pipes, which means we can use the sink and toilet and rinse / flush with water out of a container. Especially Daniela was very happy about that – bye bye yucky campsite restrooms – yeah! 😉

 

The first night was fine, altough the mattress was a bit too hard in our opinion (it is as comfy as sleeping on a rock).

The next day we headed south, passing little villages, a Walmart where we stopped, until near Indianapolis, where we spend another night on a KOA campsite. There we made our first camping dinner on the gas stove of the RV: pasta with tomato sauce of course :o)

Walmart fun

We didn´t go to Indianapolis itself, since there isn´t much to see at this time of the year. We would have liked to see an Indi 500 race, but the season won´t start until the end of May. So we went on.

After a little while we crossed the border to Kentucky – another time zone again, we got back this one hour we lost on the trip to Indiana! Our big goal, Nashville, was still about 250 miles (= 400 km) away…

There is not much going on in Indiana at this time of the year. Mostly grey and sparse, long streight streets through fields and woods, which are passing some small villages with buildings like in a wild west movie or nicely decorated houses from the last century.

On our way we stopped at the Mammoth Caves, the biggest cave system in the world, partially still unexplored. The part which has been explored so far, is already 643 km long.

We stayed on the „Singing Hills“ campsite close by, which is owned by Amish people. After we checked in, the very friendly owner invited us to go to church with them the next morning (Sunday). We would have liked to see that, but there was no way to get up that early for us that day.

Impressive

But at least we made it to the caves. We only saw a little tiny part of it, but this part was already enormous! And they found out, that people lived in this cave already 3000 or 4000 years ago.

After about an hour we got out and carried on towards Nashville. We crossed another border and entered Tennessee, where the setting got nicer and nature turned into green. After a little while there were less fields and more and more houses – we came closer to the city: Nashville, „The Music City“!

http://daniunddenis.ddnss.de:88/impressionen/usa/roadtrip-1/
Roadtrip part one just click

8 Gedanken zu „Roadtrip #1 – Let`s go!

  1. Ich verfolge euren Blog auch mit großem Interesse…würde am liebsten auch gleich wieder meinen Rucksack packen 🙂 aber nicht mehr lang dann wirds wahrscheinlich auch wieder das geliebte OZ werden 🙂 Euch beiden noch ganz viel Spaß und aufregende Abenteuer!

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