RoadtripUSA

TEXAS – Houston – Austin – San Antonio

~ English version below ~

Die Fahrt über die Grenze von Louisiana nach Texas war sehr regnerisch. Ein großes Unwetter im Süden der USA ließ uns nicht viel durch die Scheibe unseres Wohnmobils sehen. Doch schließlich kamen wir nach 2,5 Stunden Fahrt in Houston, der Heimat des Space-Centers und seit 40 Jahren auch die Heimat von Eckhard, Denis’ Onkel an. Ihn zu Besuchen war ein großes Highlight dieser Reise. Wir hatten schon am Anfang der Reise mit ihm geschrieben, dass wir uns zu treffen müssen, wenn wir durch Texas fahren.
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag nach Feierabend und verbrachten die Nacht auf einem verhältnismäßig luxuriösen RV Park im Süden der Stadt.
Am nächsten Morgen waren wir unter den ersten, die das Space Center Houston betraten. Hier kann man locker 3 Tage verbringen und hat vermutlich immer noch nicht alles gesehen. Es ist mehr als nur ein Museum – es ist eine interaktive Ausstellung wo man viele Sachen anfassen, probieren und lernen kann. Am Eingang des Gebäudes wird man schon von einer originalen Boeing 747 mit einem Space-Shuttle Nachbau auf dem Rücken begrüßt, die man natürlich beide auch von innen bewundern kann. Neben Errungenschaften der NASA-Forschung stehen die Mondlandung und Space-Shuttle Missionen im Vordergrund der Ausstellung. Außerdem kann man viel über Meteoriten, Planeten, das Wetter und das Leben eines Astronauten erfahren.  

Durch viele Sicherheitsvorkehrungen getrennt liegt das Johnson Space Center gleich nebenan. Hier hin gelangt man mit einer kleinen Bimmelbahn. Die Fahrt nach nebenan dauert ca. 5 min und man steigt dort an verschieden Punkten aus, aber immer unter Aufsicht. Wir stiegen am originalen Mission Control Center aus, also dem Kopf des Geschehens bei der Raumfahrt, von wo auch die Mondlandung geleitet wurde. Hier mussten wir ganz leise sein, da immer noch Missionen von hier aus beaufsichtigt werden, und wir konnten den Weg der ISS mitverfolgen. Danach ging’s in eine Werkshalle in der verschiedene technische Instrumente, wie Raumkapseln, Sonden, Roboter und Fahrzeuge gebaut werden. Ein großer Spielplatz für Ingenieure und die es werden wollen. Wir konnten sogar einen laufenden Roboter in Aktion sehen. Den letzten Stopp machten wir an einer originalen Saturn 5 Rakete, die zerlegt in ihre einzelnen Phasen in einer Halle liegt. Dieser Raketentyp wurde für die Mondmissionen benutzt. An Bord sorgen 770,000 Liter Kerosin, ca. 1,5 Millionen Liter flüssiger Sauerstoff und knapp 1 Mio. Liter Wasserstoff für ca. 10 min Flugzeit bis man den Erdorbit erreicht. Dementsprechend ist das Ding riesig!

Nach insgesamt 6 Stunden im Space Center machten wir uns auf zu Onkel Eckhard ganz im Norden der Stadt. 104 Kilometer und 1,5 Stunden später kamen wir dann auch am anderen Ende der Stadt an. Houston ist riesig, mit riesigen Autobahnkreuzen und zum Teil 8 Straßenspuren auf den Highways. Unterwegs wurden wir dann im dichtesten Verkehr auf der Autobahn von einem Polizisten angehalten. Dani’s Albtraum: ausgerechnet in Texas von der Polizei angehalten zu werden, wo alle Waffen tragen und man Angst hat bei einer Kontrolle nur eine falsche Bewegung zu machen. Er fragte nach unseren Führerscheinen, die wir hinten im Wohnwagen in der Handtasche hatten. Dani fragte vorsichtig, ob sie sie holen kann und er fragte nur ganz trocken, ob wir irgendwelche Waffen dort platziert haben. Wir verneinten mit sicherlich recht entgeisterten Gesichtern und holten die Führerscheine. Als Grund für den unfreiwilligen Stopp machte er unser schönes Nummernschild verantwortlich, welches nämlich keines ist, sondern nur Werbung für die Wohnwagenvermietung. Stattdessen haben wir nur eine vorläufige Zulassung, die als A4-Blatt in der Windschutzscheibe klebt, die wohl nicht Gang und Gäbe sind, aber von ihm zum Glück akzeptiert wurde. Er fragte dann, ob noch weitere Personen im Fahrzeug sind und klopfte an unsere Stauraumklappen. Als wir ebenfalls verneinten, sagte er, dass Wohnmobile oft zum Menschenschmuggel aus Mexiko genutzt werden und ohne Nummernschild sah unseres natürlich sehr fragwürdig aus. Nachdem alles geklärt war, entließ er uns wieder in den dichten Verkehr (wir standen nur auf dem Seitenstreifen des Highways). Wir fuhren sehr erleichtert weiter.

Nach dieser langen Fahrt durch die Stadt begrüßte uns Denis’ Onkel mit einem im Ohr wohlklingenden: “Wie jehts euch?”.

Eckhard lebt seit ungefähr 40 Jahren in Texas, hat den brandenburgischen Dialekt aber trotzdem nicht verloren! Denis’ Mutti hatte ihm oft ihrem Bruder in Amerika erzählt: “In Texas, da hast du einen Onkel!”. Nun endlich sieht man ihn mal! Eckhard ist mit 18 aus der DDR geflohen und kurz darauf nach Texas ausgewandert und lebt seitdem hier. Viele gute Geschichten, ein wenig Alkohol und Gitarrenspiel machten das Treffen unvergesslich. Am nächsten Morgen fuhren wir gemeinsam zu einer der besten Erfindungen der USA: wir frühstückten in einem IHOP. Das ist eine riesige Kette von Restaurants, die vorwiegend Frühstück und Pfannkuchen servieren. Nach einem leckeren Frühstück in Form von monströsen Omeletts verabschiedeten wir uns voneinander, versprachen uns aber in Zukunft mehr in Kontakt zu bleiben. Unsere Reise durch Texas ging danach nach Austin, der Hauptstadt und dem Senatssitz von Texas. Austin ist eine große Universitätsstadt mit vielen Studenten. Es ist immer was los und hier probierten wir das erste Mal E-Scooter fahren aus. Ganz einfach die App herunterladen, anmelden und los geht’s.

Die Scooter sind sehr schnell und fahren sogar bergauf – nur etwas langsamer. Wir erkundeten die Stadt auch zu Fuß und gingen ins Kapitol, ein großes Gebäude im Antebellum Stil, so in etwa wie das Kapitol in Washington D.C. nur etwas höher.

Man darf dort auch in die Plenarsäle gehen und kann sich die ein oder andere Sitzung des Senats anschauen. Es ging an diesem Tag um die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes, welches aber zum Glück später abgelehnt wurde.
An diesen Tag mussten wir feststellen, dass wir uns ein kleines Leck im Abwasserrohr des Wohnmobils zugezogen haben. Dies äußerte sich am nächsten Morgen in einem üblen Geruch unter dem Auto. Glücklicherweise konnten wir die Tanks auf dem Campingplatz entleeren. Wir fuhren dann nach San Antonio um uns mit einem Mechaniker auf dem dortigen Zeltplatz zu treffen. Dieser reparierte die unangenehme Sache sofort und wir konnten uns die Stadt angucken. San Antonio ist eine schöne Stadt mit dem bekannten Fort Alamo. Hier wurde in den 1830ern Texas’ Unabhängigkeit erkämpft und zur Republik berufen, bevor man sich später den USA anschloss. Deswegen wird es auch gerne als Geburtsort von Texas bezeichnet.
Im Zentrum der Stadt gingen wir in den Buckhorn Saloon.

Auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier begann der deutsche Albert Friedrich Kurioses aus der ganzen Welt zu sammeln und vor allem ausgestopfte Tiere. Insgesamt über 520 Tiere kann man hier bewundern. Unter anderem einen sehr seltenen Rasselbock und mehr über den Narwal erfahren (von dem wir bis zu diesem Tag nicht gedacht hätten, dass er existiert). 🙂
Durch das Zentrum der Stadt fließt ein Fluss auf dem man mit Gondeln fahren kann oder am Ufer spazieren gehen kann – fast wie ein kleines Venedig. Wir gönnten uns mexikanisches Essen, einen bunten Cocktail und ließen den Abend beim Spaziergang durch die zahlreichen Souvenirläden ausklingen.

Mit repariertem Wohnmobil setzten wir am nächsten Tag unsere Reise Richtung Nordwesten nach New Mexiko fort.

Texas Bilder!
~ English Version ~

It rained heavily when we passed the border from Louisiana to Texas. We could barely see through the windscreen of our RV due to a big storm in the south of the USA. But eventually we arrived in Houston after a 2.5 hours ride. 

The Home of the Space Center Houston and home of Denis’ uncle Eckhard for the last 40 years, a highlight of our journey. We already got in touch with him at the beginning of our journey and promised to catch up with him when we are in Texas. We arranged a meeting for the afternoon of the next day at his place and spent the night at a quite luxury caravan park next to the Space Center in the south of the city.

The next morning we were one of the first people who entered the Space Center Houston. Here you can spend 3 days easily and still wouldn’t see everything. It’s more than just a museum – it’s an interactive exhibition where you can get close and learn about a lot of things from out of space. At the entrance you get greeted first by an original Boeing 747 transport aircraft with a space shuttle replica on top, which you can explore both from the inside. Besides the achievements of the NASA-research the moon landing and the space shuttle missions are in the focus of the exhibition. Additionally there are lots of information about meteorites, the planets, weather and the life of an astronaut.

Separated by a few security precautions the Johnson Space Center is right next door. You get there by a small tram and the ride there takes about 5 minutes. You hop off at different stations, but all under supervision. We stopped at the actual mission control that led the landing on the moon. We had to be very quiet, because from here they still control missions.

After that we went to a factory hall where they build different technical instruments like space capsules, probes, robots and vehicles. A perfect playground for engineers and those who want to become one. We could even observe a walking robot in action. The last stop was at one of the real Saturn 5 rockets, which was disassembled in its phases in a big hall. This kind of rocket was used for the moon missions. On Board 770.000 litre of kerosene, ca. 1.5 million litres of liquid oxygen and one million litres of liquid hydrogen enable an about 10 minutes flight until it gets into the orbit of the earth. So it’s massive!

After 6 hours at the Space Center we made our way to uncle Eckhards place in the far north of the city. 104 km and 1,5 hours later we finally arrived there. Houston is huge with huge highway junctions and sometimes up to 8 lanes. On our way we got stopped by the police on the highway in the busiest traffic. Dani’s nightmare – stopped by the police in Texas, where everybody is carrying weapons and you are afraid to make a wrong move during a traffic control. He asked for our licences, which were stored in a purse in the back of the RV. Cautiously Dani asked if she can go to the back and get them and the officer just asked deadpan, if we are carrying any weapons in the back. We negated without a wink and grabbed the licences. The reason he stopped us are our number plates, which aren’t real ones but just an advertisement for the rental company. We only have a temporary registration, which is printed on a piece of paper and pasted on our windscreen, which is obviously not the common practice, but luckily got accepted by the officer. Then he asked, if there are any other people in the RV and knocked on the storage doors. We negated again and he informed us, that RVs like this are often used for human trafficking across the border from Mexico and without a proper number plate of course our vehicle looked quite suspicious. So everything was fine and he released us back to the traffic (we got stopped just on the shoulder of the highway). We were really released and carried on.

After this long drive Denis‘ uncle Eckhard welcomed us with the familiar greeting: “Wie jehts euch?“.(German slang from Brandenburg for “How are you?”)

Eckhard has been living in Texas for about 40 years and hasn’t lost this German dialect! Denis’ mum often told him about her brother in America: “You’ve got an uncle in Texas!”- Now we meet each other eventually! He escaped from the GDR when he was 18 and came over to Texas shortly thereafter and lives here ever since. A lot of good stories, a bit of alcohol and guitar play made this catch up unforgettable. The next morning we went to one of the best inventions in the US: we had breakfast at an IHOP. That’s a big restaurant chain, mainly serving breakfast and pancakes. After this delicious breakfast (we had massive omelettes) we had to say goodbye to each other but promised for the future to keep in contact more regularly. Our journey through Texas continued to Austin, the capital and the senate of Texas. Austin also is a big university city with many students. There is always something going on here and we tried e-scooters for the first time. Just download the app, register and let’s go. All the scooters are fast, even go uphill, just a bit slower. We explored the city by feet as well and went to the capitol, a big building, antebellum style, like the capitol in Washington D.C., only a little bit higher.

Here you’re allowed to walk into a meeting of the senate in one of the halls. This day it was about a bill to tighten the abortion law, which luckily got refused later.

Unfortunately we found out, that we had a leak in our greywater tank of the camper this day, which became noticeable through a bad smell from under the car. Fortunately we could empty the tanks at the campground, so we were able to get to San Antonio to meet a mechanic over there on the local campground. He repaired the unpleasant issue and we could go to have a look in the city. San Antonio is a beautiful city and famous because of the Fort Alamo. This is the place where Texas fought for its independence and became its own republic in the 1830s before joining the USA later. Therefore it is also called the place of birth of Texas.

In the city centre we also went to the Buckhorn Saloon, which is definitely worth a visit. Here Albert Friedrich, a German, started to collect curiosities from all over the world, mainly prepared animals.

In total about 520 of them are on display here. They also have a rare rattling bock and you can learn about the narwhale (which we didn’t believe to exist until this day).

Through the cities centre flows a river, where you can ride on a gondola or do the river walk. Almost like a little Venice. We enjoyed some Mexican food, a fancy cocktail and strolled through the numerous souvenir shops.

With a fixed RV we carried on in north-western direction to New Mexico the next day!

Texas Pictures!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.